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Pneumothorax - Neuschwabenland



Normalerweise ist es nicht meine Art, meine Texte inhaltlich zu Erklären, sondern ich lasse sie eigentlich für sich sprechen. Diesmal mache ich da allerdings eine Ausnahme.
Neuschwabenland ist ein, in den 1930er Jahren vom Deutschen Reich entdeckter/eroberter/besetzter, Landstreifen in der Antarktis. Es ranken sich ein paar Mythen und Verschwörungstheorien darum, so zum Beispiel dass die Nazis 1945 dorthin flüchteten, dort eine U-Boot-Basis errichteten und von dort aus weiter an ihren Reichsflugscheiben arbeiteten, außerdem soll dort ein Eingang zur Hohlerde sei.
Sowohl die Nazis als Superschurken, als auch die Theorie von der hohlen Erde faszinieren mich. Superschurken haben ja allgemein faschistoide Züge und Nazideutschland übertrifft jede Hollywoodbeschreibung eines fiktiven Superschurkenregimes an Grausamkeit und Unbarmherzigkeit. Der Bezug zum Okkulten, genau wie militärisch-technische Hochentwicklung, beides hatte im Dritten Reich seinen Platz. Wäre dies alles nicht tatsächlich geschehen, mit all seinem Schrecken, mit Krieg und Holocaust, das Dritte Reich gäbe eine krasse Story ab.
Als Künstler besitze ich die Freiheit diese Story zu erzählen und auszuschmücken, womit ich allerdings keinesfalls das nationalsozialistische Deutschland glorifizieren möchte. Und so dient mir diese ganze Story als Beiwerk für unterschwellige Sozialkritik und um damit meine Rap-Vergleiche auszuschmücken.
Beim Schreiben des Textes fielen mir die Geschichten aus Literatur und Hollywood ein, die Geschichte mystifizieren. Dabei fiel mir auf dass diese häufig vor einem, als selbstverständlich angesehenen, Hintergrund der Kolonialherrschaft und der White Supremacy angesiedelt sind, obwohl sie teilweise gleichzeitig mit dem Bild der Nazis als Superschurken arbeiten.
Dies führte mich in meinen Gedanken zwangsweise zur von Political Correctness angestoßenen Literaturkritik, in derem Zuge ja zum Beispiel gefordert wird, dass Pipi Langstrumpfs Vater vom "Negerkönig" zum "Südseekönig" um deklariert wird.
Ich stelle somit zwischen den Zeilen die offene Frage, ob diese Art der Zensur nötig und erlaubt sein sollte, oder ob sie einen enormen Eingriff in die künstlerische Freiheit darstellt.
Ich führe meine Identifizierung von Rassismus in der Kunst dann weiter, bis hin zu dem weit überspitzten Punkt, an dem ich die Sklaverei für gut erkläre da sie ja, durch den damit einhergehenden Culture Clash, enormes Kulturgut hervorbrachte, besonders musikalisch. Es ist ein Fakt, den es sich vor Augen zu führen gilt, dass dramatische Ereignisse der Geschichte, künstlerisch und kulturell, ein starkes Potential haben. Dennoch dürfen sie allein darum natürlich nicht bejaht und verherrlicht werden, weswegen ich mein "ein Hoch auf die Sklaverei!" im Text hiermit als satirisch outen möchte.
Beim dem politischen Rechtsruck den wir gerade erleben, blieb es natürlich nicht aus AfD und Donald Trump mit in diesen Text einzuflechten.Dies hab ich getan um das mögliche Potential meiner unterschwelligen Sozialkritik im Text, nach rechts zu entwerten. Soll heißen, von Seitens rechtsradikaler Strömungen darf so etwas nicht als Argument zum Stimmenfang in gebildeten, gutbürgerlichen Kreisen missbraucht werden. Daher sollte man sich auf verschiedenste weise mit Themen wie Rassismus in Kunst und Literatur, wie auch ihrer Ursachen, befassen um der Argumentation von rechts die Grundlage zu entziehen.